Audi A2 e-tron

Diesmal scheint die Welt bereit

Vor 27 Jahren baute Audi mit dem A2 ein Auto, das seiner Zeit voraus war. Doch kaum jemand wollte es haben. Jetzt kehrt der schräge Sparmeister als Elektroauto zurück. Nun scheint die Zeit dafür reif zu sein.

Veröffentlicht am 10.09.2026

Aluminiumkarosserie, Leichtbau, sensationelle Aerodynamik und in der sparsamsten Version ein Verbrauch von drei Litern: Eigentlich machte der A2 alles richtig. Aber Ende der 1990er-Jahre war die Welt eine hedonistische. Nur rund 176’000 Exemplare entstanden. Nach sechs Jahren war Schluss.

Nun will es Audi noch einmal wissen. Der neue A2 e-tron ist zwar wieder etwas eigenartig proportioniert und wieder aerodynamisch bis zur Besessenheit optimiert – nur fährt er diesmal elektrisch.

Schluss mit dem Wettrüsten

Elektroautos wurden in den vergangenen Jahren tendenziell immer grösser und schwerer. Audi geht mit dem neuen A2 e-tron einen anderen Weg und setzt auf Effizienz. Der Verbrauch: bis zu 12,8 kWh auf 100 Kilometer bei einem cw-Wert von 0,24. Dafür wurde praktisch alles dem Wind untergeordnet: geschlossener Unterboden, steuerbare Kühlluftöffnungen, optimierte Räder, Luftführungen an den Radhäusern und ein aerodynamisch geformtes Heck.

Drei Batteriegrössen stehen zur Verfügung: 52, 61 und 84 kWh. Die beiden kleineren Akkus nutzen günstigere und robuste LFP-Zellen, die grosse Batterie NMC-Technik. Die Leistung reicht von 125 kW/170 PS bis 240 kW/326 PS. Das Spitzenmodell schafft den Standardsprint in 5,7 Sekunden. Viel interessanter ist aber die 170-kW-Version: 646 Kilometer Reichweite bei einem Verbrauch von 13,9 kWh/100 Kilometer.

Der Anti-SUV

Auch bei den Abmessungen bleibt Audi vernünftig. Mit 4,32 Metern ist der A2 e-tron kompakt, der Radstand von 2,77 Metern schafft trotzdem ordentlich Platz. Der Kofferraum fasst 396 bis 1336 Liter.

Innen gibt es selbstverständlich Bildschirme. Ein 11,9-Zoll-Cockpit trifft auf einen 12,8-Zoll-Touchscreen. Interessanter ist das Fidlock-System. Getränkehalter, Taschen oder anderes Zubehör lassen sich magnetisch an verschiedenen Punkten befestigen.

Dazu kommt bidirektionales Laden. Der Audi kann nicht nur Strom aufnehmen, sondern ihn wieder abgeben. Mit entsprechender Technik kann die grosse Batterie damit sogar als Speicher für das eigene Haus dienen.

Stimmt der Preis?

Und jetzt kommt der entscheidende Unterschied zum Vorgänger. Der alte A2 war schlicht zu teuer. Für den kleinen sparsamen Audi musste man ganz schön tief in die Tasche langen. Beim neuen beginnt die Schweizer Preisliste bei 37’650 Franken. Das Topmodell mit 240 kW kostet ab 49’300 Franken. Billig ist das immer noch nicht. Aber für einen Audi mit über 400 Kilometern Reichweite könnte es die zweite Chance des A2 sein.

Audi hat diesmal nicht versucht, das Rad neu zu erfinden. Unter der Karrosserie steckt bewährte MEB-Technik aus dem VW-Konzern. Der A2 ist technisch eng mit dem ID.3 verwandt. Das mag weniger spektakulär sein als die Aluminium-Revolution des Vorgängers. Wirtschaftlich ist es wahrscheinlich wesentlich schlauer.

Bilder: Audi

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