60 Jahre Dodge Charger
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Die Rückkehr des Donnergottes

Als Dodge ankündigte, den legendären V8-Hemi in Rente zu schicken, war das Geschrei gross. Doch Totgesagte leben länger. Der Dodge Charger kommt wieder nach Europa – mit neuem Dreiliter-Biturbo-Reihensechszylinder. Und ebenfalls elektrisch, falls das jemand interessiert.

Veröffentlicht am 13.06.2026

Lange Haube, kurzer Geduldsfaden und hintere Reifen, die durchdrehen. Der Dodge Charger ist der «Original Gangster» unter den Muscle-Cars. Seine markante Fastback-Silhouette und die brachialen Motoren machten ihn zu einer Ikone dieser Ära. Von «General Lee» bis Dominic Toretto in «Fast & Furious»: Kaum ein amerikanisches Auto hat die Popkultur so geprägt wie der Dodge Charger. Über Jahrzehnte spielte er in Filmen, Serien, Videospielen und Musikvideos meist dieselbe Rolle – die des rebellischen Aussenseiters mit zu viel Leistung und zu wenig Selbstbeherrschung.

Über die Jahrzehnte veränderte sich der Charger immer wieder. Coupé, Limousine, Familienauto, Muscle-Car – kaum ein Modell hat so viele Wandlungen durchlebt. Doch eines blieb stets gleich: Er sollte auffallen.

Strom oder Turbo?

Auch die achte Generation des Charger hat das Zeug, Kult zu werden. Er wird nämlich in zwei Antriebsvarianten angeboten. Da wäre zunächst der vollelektrische Charger Daytona. Mit bis zu 670 PS gehört er zu den stärksten Serienmodellen der Markengeschichte. Der Sprint auf Tempo 100 gelingt in rund 3,3 Sekunden. Damit ist der Stromer sogar schneller als viele frühere Hellcat-Versionen.

Für Traditionalisten gibt es den neuen Charger SIXPACK. Unter der langen Haube arbeitet zwar kein V8 mehr, sondern der neue Hurricane-Reihensechszylinder mit drei Litern Hubraum und zwei Turboladern. In der R/T-Version leistet er 420 PS, als Scat Pack sogar 550 PS. Damit sprintet der stärkste SIXPACK in 3,9 Sekunden auf Tempo 100. Allradantrieb gehört serienmässig dazu, auf Wunsch kann die Vorderachse abgekoppelt werden, sodass sich der Charger wieder wie ein klassischer Hecktriebler verhält.

Grösser, moderner, praktischer

Auch optisch bleibt der neue Charger unverkennbar ein Charger. Die breite Spur, die lange Front und die muskulösen Schultern zitieren die berühmten Vorfahren. Gleichzeitig ist das Auto deutlich moderner geworden. Erstmals gibt es die neue Generation sowohl als Zweitürer als auch als Viertürer.

Im Innenraum dominieren grosse Bildschirme, digitale Instrumente und moderne Assistenzsysteme. Dennoch haben die Designer darauf geachtet, dass sich der Fahrer weiterhin wie in einem Muscle-Car fühlt. Die Sitzposition ist tief, die Instrumentierung fahrerorientiert, und die Performance steht im Mittelpunkt.

Europa als zweite Chance

In den USA blieb der Erfolg der neuen Charger-Generation bislang hinter den Erwartungen zurück. Sowohl der elektrische Daytona als auch der neue SIXPACK verkauften sich deutlich schwächer als frühere Charger-Modelle. Dodge reagiert nun und bringt die komplette Modellfamilie offiziell nach Europa. Vertrieb und Service werden über neue Partner organisiert.

Der neue Charger ist kein Retro-Spielzeug: Er bleibt das, was er seit 60 Jahren immer war. Laut. Auffällig. Emotional. Und ungefähr so subtil wie ein Vorschlaghammer in einer Porzellanhandlung.

Bilder: Stellantis/Dodge

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