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Wohnmobile werden immer fetter

Wohnmobile in der EU dürfen bald mehr laden – ganz legal. Dank neuer Führerscheinregelung sind 4,25 Tonnen mit dem B-Schein drin. Ausnahmsweise schauen wir mal etwas neidisch über die Grenze.

Veröffentlicht am 05.04.2025

Normalerweise sind wir in der Schweiz ja nicht so schnell beeindruckt. Aber was da gerade in der EU beschlossen wurde, lässt uns schon ein bisschen neidisch werden. Die Führerscheinrichtlinie wurde überarbeitet. Für Wohnmobilfans heisst das: Bald dürfen sie mit dem normalen B-Führerschein Wohnmobile mit bis zu 4,25 Tonnen fahren – vorausgesetzt, sie machen ein spezielles Training.

Jeder macht was er will

Wie dieses Training genau aussieht? Das dürfen die Länder selbst regeln. In Deutschland wird es wohl ein Tageskurs ohne Prüfung. Sich mal einen Tag zusammenreissen, klingt machbar. Und ehrlich gesagt: Schaden, wird es sicher nicht.

Denn wer schon mal versucht hat, ein modernes Wohnmobil unter 3,5 Tonnen zu fahren, weiss: schwieriges Unterfangen. Schon mit wenig Ausstattung sind manche Modelle schon nah an der magischen Weight-Watcher-Grenze. Mit Strom-Velos, Solaranlagen, Zusatztanks und ähnlichem Schnick-schnack ist dann schnell Schluss mit lustig – und mit Zuladung. Die neue Änderung macht vieles einfacher. Logisch, dass die da eine ganze Branche erleichtert aufatmet. 

Ausnahmen? Na sicher

Besonders spannend: Wer ein Wohnmobil mit alternativem Antrieb fährt – also elektrisch, mit Wasserstoff oder Gas – darf die 4,25 Tonnen sogar ganz ohne Zusatzschulung fahren. Einzige Bedingung: Zwei Jahre Fahrpraxis mit dem B-Schein. Ob unfallfrei oder nicht, spielt scheinbar keine so grosse Rolle.

Doch es wird noch eine Weile dauern, bis alles durch ist. Veröffentlichung, nationale Umsetzung, Bürokratie – das braucht Geduld. Zwar scheint der Weg frei, doch man schätzt, dass es wohl noch bis 2029 dauern wird, bis es dann wirklich soweit ist. Aber immer noch besser, als was wir hier sagen können.

Während man im Ausland schon an die Gestaltung der neuen Trainings macht, schauen wir aus der Schweiz ein wenig bedröppelt rein. Bei uns ist davon noch keine Rede. Und das wurmt. Denn die Gewichtsthematik trifft uns genauso. Die 3,5-Tonnen-Grenze fühlt sich immer mehr wie ein schlechter Scherz an.


Also ja – diesmal sind wir ein bisschen neidisch auf unsere Nachbarn. Weil sie uns bei diesem Thema vielleicht (noch) einen Schritt voraus sind.


Text: GAT
Bilder: Hymer, Knaus

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