

Alte Liebe rostet nicht
Nach der Olma ist vor der Oldtimermesse. Zum 20. Mal verwandelte sich das Olma-Messegelände in einen Treffpunkt für Oldtimer-Fans, Sammler und Schrauber. Rund 100 Aussteller und 4500 Besucher bewiesen einmal mehr: Alte Autos haben Zukunft.
Oldtimer-Besitzer kennen das Problem: Irgendetwas fehlt immer. Eine Zierleiste, ein Rücklicht, ein Türgriff oder gleich ein ganzes Auto. An der Oldtimermesse St. Gallen konnte man am Sonntag, 25. Oktober, nach all diesen Dingen suchen. Und dabei feststellen, dass die Leidenschaft für alte Autos kein Ablaufdatum kennt.

Zum 20. Mal öffnete die Ostschweizer Klassiker-Börse ihre Tore. Was einst als kleine Veranstaltung in einem Teil einer Messehalle begann, hat sich längst zu einem festen Termin im Kalender der Oldtimerszene entwickelt. Für die Jubiläumsausgabe kamen rund 100 Aussteller und 4500 Besucherinnen und Besucher.

Mustang bis Mofa

An der St. Galler Oldtimermesse geht es nicht ausschliesslich um automobile Millionenwerte oder perfekt restaurierte Garagengoldstücke. Zwischen kompletten Fahrzeugen, Motoren, Ersatzteilen, Modellautos, Literatur und Restaurationsbedarf findet sich praktisch alles, was ein automobiles Leben verlängern kann. Hier schlägt das Herz der Oldtimerszene.

Für amerikanisches V8-Flair sorgte die Beteiligung des Mustang Club of Switzerland. Der Matra Club Suisse vertrat jene französische Automobilgeschichte, in der Ingenieure gerne Dinge ausprobierten, auf die andere Hersteller lieber verzichteten. Auch der Oldtimer-Club Ostschweiz, der Schweizer Motor-Veteranen-Club und die Freunde alter Motorräder gehörten zum angekündigten Club-Aufgebot.

Nachwuchs mit Benzin im Blut

Dass die Begeisterung für Motoren nicht zwangsläufig mit grauen Haaren einhergeht, zeigte ein besonderer Programmpunkt: Die Appenzeller Brüder Thomas, Lenny und Tim Fässler waren mit zwei Junior-Dragstern und einem Junior-Drag-Bike angekündigt. Die drei sammelten bereits Erfahrungen bei europäischen Wettbewerben. Während die einen also versuchen, historische Motoren möglichst lange am Leben zu erhalten, beschäftigt sich der Nachwuchs damit, möglichst schnell ins Ziel zu kommen.
Stabwechsel nach 20 Jahren

Ein Jubiläum ist immer auch ein guter Moment, um zurückzuschauen. Renate und Peter Hürlimann haben die Oldtimermesse über zwei Jahrzehnte aufgebaut und geprägt. Nun steht ein Generationenwechsel an: Pascal Müller und Josua Anderhalden übernehmen schrittweise mehr Verantwortung bei der Organisation.

Das passt eigentlich ganz gut zu einer Oldtimermesse. Denn auch bei historischen Automobilen geht es letztlich darum, etwas Wertvolles an die nächste Generation weiterzugeben. Und solange es Menschen gibt, die lieber einen Vergaser zerlegen, als ein Softwareupdate herunterzuladen, muss man sich um die Zukunft der Oldtimerszene wohl keine allzu grossen Sorgen machen.












Bilder: Christian Lienhard (lienhardbildwerke.ch)


