Belles Routes

Der perfekte Roadtrip in Europa

Wohin im Sommer? Natürlich auf die Strasse. Schöne Routen gibt es genug. Der perfekte Roadtrip ist die Kombination aus Kurven, Landschaft und wenig Verkehr. Natürlich mit dem richtigen Auto.

Veröffentlicht am 22.07.2026

Top Five für Adrenalinjunkies

 

1. Stelvio-Pass (I) im Alfa Romeo Giulia GTA

Eigentlich spielt es keine Rolle, welchen Hinterradantrieb man hier wählt. Aber man isst ja in Italien auch keine Currywurst, sondern eine Pizza. 48 Kehren warten auf der Nordrampe wie aufgerollte Spaghetti auf den wilden Ritt. Aber Achtung: Der Stelvio ist nichts für Anfänger – er ist ein Kampf gegen Gravitation, Schwindel und Ego. Leider ist man hier selten allein. An einem schönen Tag sind Hunderte Autos, Velofahrer und Motorradfahrer unterwegs. Viele davon legen sich in Kehre 44 auf den Sack – darüber gibt es tatsächlich unzählige YouTube-Compilations.

2. Transfagarasan (RO) in der Alpine A110

Roh, wild, unheimlich. Die Transfagarasan in Rumänien ist wie eine Rallye – nur ohne Streckenposten. Top Gear kürte die Passstrasse in den Karpaten zur schönsten Strasse Europas. Sehenswürdigkeiten sind nicht nur der Balea-See und der Vidraru-Staudamm, sondern auch die Burg Poenari, die als echte Burg von Vlad III. (dem historischen Vorbild für Dracula) gilt. Die Region ist eng mit Vampirgeschichten und mythischen Strigoi verbunden. Man hat hier lieber keinen Reifenschaden.

3. Col de Turini (F) im Hyundai Ioniq 5 N

Der Col de Turini ist eine Legende. Jede Kurve schreit nach Attacke. Der Col de Turini ist seit fast einem Jahrhundert ein zentrales Element der Rallye Monte Carlo – berühmt für die legendären Nachtprüfungen. Früher standen hier Tausende Fans in der Dunkelheit, zündeten Fackeln an, feuerten die Fahrer an wie in einem Fussballstadion – nur näher. Viel näher. Teilweise zu nah. Heute ist das Ganze etwas zivilisierter. 

4. Sa Calobra (E) im Abarth 600e Scorpionissima

Aufregender als der Ballermann und berauschender als der Bierkönig. Die Bergstrasse Sa Calobra auf Mallorca windet sich in engen Kehren den Berg hinauf – inklusive des legendären 360-Grad-«Krawattenknotens». Keine Geraden, kein Ausweichen, einfach perfekt für eine kleine Kanonenkugel wie den Abarth 600e Scorpionissima – kurz, direkt, bissig.

5. Klausenpass (CH) im Mercedes-AMG GT 63

21,5 Kilometer, 136 Kurven, rund 1200 Höhenmeter: So lauten die Kennzahlen eines der gefährlichsten Bergrennen der Welt. Der Grosse Bergpreis der Schweiz fand zwischen 1922 und 1934 am Klausenpass statt und galt als eines der spektakulärsten Rennen Europas. Ganz besonders ein Silberpfeilfahrer dominierte den Klausenpass wie kein anderer: Rudolf Caracciola. Der Klausenpass ist noch heute ein Nervenkitzel. Nicht nur weil es Kühe gibt, die auf der Strasse liegen, sondern weil es auf der Urner-Seite stellenweise brutal steil ins Tal geht.

Top Five für Genussfahrer

 

1. Amalfitana (I) im Maserati GranCabrio 

Die Strada Statale 163 Amalfitana gilt als eine der schönsten Strassen der Welt. Sie führt von Meta di Sorrento nach Vietri sul Mare und ist rund 50 Kilometer lang. Die Amalfi-Küste ist die Bühne für dieses italienische Kino aus Jetset, Fischerdörfern und Chaos. Jeder Zentimeter ist Drama. Es gibt nicht nur wunderschöne Kurven, sondern auch Tunnel, in denen man es knattern lassen kann. Darum muss es ein volumenstarker GT sein, vornehmlich als Cabriolet. Unterwegs warten Sehenswürdigkeiten wie Positano oder Ravello mit ihren Terrassen über dem Meer. Weitere Highlights sind die Grotta dello Smeraldo. Aber leider werden Sie nicht allein unterwegs sein. Und im Stau stehen. Aber dafür hat man umso mehr Zeit, die schöne Umgebung zu geniessen.

2. N222 (P) im BMW M5

Die N222 gehört zu den prachtvollsten Routen Europas. Sie erstreckt sich über rund 220 Kilometer von Vila Nova de Gaia bis ins Douro-Tal Richtung Almendra – von der Küste tief ins Landesinnere, mit dem Douro auf der einen und terrassierten Weinhängen auf der anderen Seite. Besonders der rund 27 Kilometer lange Abschnitt mit seinen 93 Kurven zwischen Peso da Régua und Pinhão ist für spektakuläre Ausblicke bekannt. Das perfekte Auto ist also eines, das sowohl Komfort als auch schnelle Kurvenfahrten kann.

3. Route Napoléon (F) im DS N°8

Sie wollen einen richtigen französischen Roadtrip mit Lavendelfeldern, mittelalterlichen Schlössern und Côte-d’Azur-Feeling? Voilà. Die Route Napoléon ist eine rund 325 Kilometer lange, malerische Ferienstrasse in Südfrankreich, die dem historischen Weg Napoleons von 1815 folgt. Sie führt von Golfe-Juan über Grasse, Digne-les-Bains, Sisteron und Gap bis nach Grenoble. Die Strasse verbindet das Lavendelmeer der Provence mit den Berglandschaften der Hautes-Alpes. Wichtige Sehenswürdigkeiten sind die Napoleon-Statue in Laffrey, das Musée de la Révolution française in Vizille und der mittelalterliche Ort Sisteron. Dafür braucht es einen ruhigen Gleiter. Und was passt besser als eine vollelektrische Limousine von DS?

4. Ring of Kerry (IRL) im Range Rover SV

Der Ring of Kerry ist eine Panoramastrasse von einzigartiger Schönheit. Die 179 Kilometer lange Route führt entlang der Südwestküste Irlands über die Halbinsel Iveragh – durch pittoreske Dörfer, über Heideflächen und zu spektakulären Aussichtspunkten hoch über der zerklüfteten Atlantikküste. Schon Königin Victoria schwärmte von der Region. Auch Charlie Chaplin machte Waterville zu seinem Ferienziel. Was passt hierfür besser als ein fahrender Aussichtsturm wie der Range Rover SV? Eben.

5. Atlantic Ocean Road (NO) im Volvo ES90

Bei Sturm wirkt die Strasse wie ein Weltuntergangsfilm. Und man ist mittendrin. Ohne CGI. Wir empfehlen ein solides Elektroauto wie den Volvo ES90. Norwegen hat ein hervorragend ausgebautes Ladenetz – allerdings sind die Preise nicht immer so tief, wie man hofft. Das Highlight ist die berühmte Storseisundet-Brücke mit der «Ins Nichts»-Kurve. Die insgesamt acht Brücken der Atlantikstrasse verbinden kleine Inseln und müssen extremen Wetterbedingungen standhalten. Mit etwas Glück entdeckt man Wale oder Seehunde entlang der Küste.

Top Five für Social-Media-Posts

 

1. Iceland Ring Road (IS) im Toyota Land Cruiser

Vulkane, Gletscher, Wasserfälle. Willkommen auf einem anderen Planeten. Wenn Google Maps irgendwann aufgibt, dann weiss man, dass man richtig ist. Die Ringstrasse (Route 1) ist rund 1330 Kilometer lang und umrundet die gesamte Insel. Hinter jeder Kurve wartet das nächste Naturwunder – Lavafelder, schwarze Strände, dampfende Quellen. Das Problem: Man kommt kaum vorwärts, weil man alle fünf Minuten anhalten will. Oder muss.

2. North Coast 500 (GB) im Land Rover Defender Octa

Die NC500 ist kein Roadtrip, sondern ein Lebensgefühl. Endlose Highlands, Single-Track-Roads, dramatische Küsten – das ist «Scotland’s Route 66». Ganz ohne Verkehr ist man allerdings selten unterwegs – die Strecke ist inzwischen sehr beliebt. Perfekt für epische Fotos. Und für Menschen, die Whisky gerne haben.

3. Picos de Europa (ES) im Cupra Raval

Die Picos de Europa sind ein Kalksteinmassiv in Nordspanien. Kühe, Kurven, wenig Verkehr. Und unzählige enge Strassen, die durch die Berge führen. Diese Region bietet zahlreiche Pässe mit anspruchsvollen Anstiegen und spektakulären Panoramablicken – eine Spielwiese für den neuen Cupra Raval. 

4. Strada della Forra (IT) im Mini JCW 

Halb Strasse, halb Kunstinstallation. Die Strada della Forra am Gardasee gilt als eine der spektakulärsten Strassen und diente als Kulisse für «Ein Quantum Trost». Tunnel, Felswände, plötzlich ein Blick auf den See. Jede Perspektive ist ein Foto wert. Grosses Auto? Schlechte Idee. Hier zählt Kompaktheit – und Mut.

5. Grossglockner Hochalpenstrasse (AT) im Porsche Taycan GTS

Wenn Strassen Instagram wären, wäre der Grossglockner ein Influencer mit Millionen Followern. Rund 48 Kilometer, über 30 Kehren, bis auf 2500 Meter Höhe. Sauber gebaut, perfekt inszeniert, spektakuläre Aussicht auf den Grossglockner und die Pasterze. Fast zu schön, um wahr zu sein – wie der Porsche Taycan GTS.

Text: Jürg Zentner

Bilder: Diverse

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