Zum 100. Geburtstag des Playboy-Gründer

The Cars of … Hugh Hefner

Er lebte im Pyjama, umgeben von Models – und fuhr Autos, die genau so waren: auffällig, nicht zufällig. Die Auto-Biografie von Hugh Hefner ist keine Sammlung im klassischen Sinn. Sie ist eine Inszenierung – wie sein Leben. Am 9. April wäre der Playboy-Gründer 100 Jahre alt geworden.

Veröffentlicht am 08.04.2026

Eigentlich fing alles damit an, dass der junge Redakteur eines Männermagazins keine Lohnerhöhung von fünf Dollar pro Woche bekam. Also kündigte Hugh Hefner, nahm einen Kredit von 600 Dollar auf, lieh sich Geld von Freunden und gründete 1953 sein eigenes Magazin: Playboy. Benannt nach einer kleinen Automarke, der Playboy Automobile Company, die anfangs der 1950er Jahre Pleite ging.   

Das erste Heft hatte kein Datum auf dem Cover, weil Hefner nicht wusste, ob es überhaupt eine zweite Ausgabe geben würde. Durch Zufall kam Hugh Hefner aber an die Rechte eines bereits existierenden Fotoshootings von Marilyn Monroe. Die Bilder des aufstrebenden Superstars wurden zur Titelstory der ersten Ausgabe. Ergebnis: über 50’000 verkaufte Exemplare. Der Rest ist Geschichte. 

Vom Nobody zum Cadillac-König

Bevor das Playboy-Imperium entstand, das weltweit zahlreiche Bars, Clubs und sogar Hotels betrieb, fuhr Hefner ein schlichtes Chevrolet Coupé von 1941. Dann kam der Durchbruch und plötzlich floss Geld. Viel Geld. Hefner verstand früh: Du bist, was du fährst. Seinem Ruf als Playboy No 1 musste er stets gerecht werden. Und weil Cadillac damals schlicht die Masseinheit für Erfolg war, kaufte er sich ein Cadillac Series 62 Cabriolet. Es  hatte elektrisch betriebene Fenster, automatische Scheibenwischer und Luxus bis zum Abwinken. Es folgten weitere Cadillacs, stets die grössten Modelle ihrer Zeit. 

Die goldenen Jahre

Mit wachsendem Erfolg wuchs auch die Garage. Eines der Highlights in Hugh Hefners Garage war die Mercedes-Benz 600 Pullman Limousine (1969). Sechstürer, 6,3-Liter-V8, mehr Luxus-Lounge als Auto. Gefahren von Königen, Diktatoren – und Elvis.

Dazu kam ein Mercedes-Benz 300 SL Roadster – der sportliche Gegenentwurf zur Pullman-Limousine. Leicht, elegant, ikonisch. Und dann wäre da noch der legendäre Lehmann-Peterson Lincoln von 1967 – eine amerikanische Stretch-Limousine, die länger war als die meisten Hollywood-Beziehungen. Neben amerikanischen Schlachtschiffen fuhr Hefner auch britische Luxusmodelle – etwa ein Rolls-Royce Silver Cloud.

Playgirl mit Gasfuss

Der BMW 3.0 CS (E9) war Hefners Versuch, europäische Sportlichkeit mit Business zu verbinden. Fun Fact: Angeblich habe seine erste Frau den Wagen gerne über Rennstrecken geprügelt. Das passte irgendwie nicht ins Playboy-Klischee. Später soll Hefner noch einen Lamborghini Gallardo besessen haben – angeblich mit einem Leistungs-Upgrade. Ob das automobile Viagra gewirkt hat?

Die Bunny Cars

Fast interessanter als Hefners private Autos waren die sogenannten «Bunny Cars». Jedes Jahr schenkte Hefner dem «Playmate of the Year» einen pinken Sportwagen. Dazu gehörten unter anderem ein pinker De Tomaso Pantera (1972), Porsche 911 S, Ford Mustang, Volvo P1800, etc. 

Der Mann, der Autos inszenierte

Hugh Hefners Garage war kein Technikmuseum, sondern ein Spiegel seines Lebens. Vom Cadillac-Traum der 50er über die dekadente Pullman-Phase bis hin zu europäischen Sportwagen: Jedes Auto spielte eine Rolle in der grossen Hugh-Hefner-Show, die er bis zu seinem Ende im Jahr 2017 selbst inszenierte. Am 9. April wäre der Playboy-Gründer 100 Jahre alt geworden.

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