Morgan Midsummer Coupé

Schönste Ausrede für schlechtes Wetter

Der offene Morgan Midsummer ist ein Kunstwerk auf Rädern. Jetzt bekommt die Barchetta ein festes Dach. Nicht weil sie es nötig hätte, sondern weil neun Kunden fanden, dass Schönheit wetterfest sein sollte.

Veröffentlicht am 28.06.2026

Grosse Projekte beginnen mit einer kleinen Frage. Im Fall des Morgan Midsummer Coupé fragte ein Kunde nach der Präsentation des offenen Midsummer-Roadsters, ob man daraus nicht eine Version mit festem Dach bauen könnte. Die Antwort aus Malvern fiel unerwartet ambitioniert aus. Statt einfach ein Dach auf die bestehende Karosserie zu setzen, entwickelte Morgan praktisch ein neues Auto.

Das Ergebnis ist das Midsummer Coupé – eine elegante Interpretation der ursprünglichen Barchetta. Das feststehende Glasdach verleiht dem Wagen eine völlig neue Silhouette. Von der Windschutzscheibe zieht sich die Dachlinie harmonisch bis zum Heck und lässt den Morgan fast wie einen klassischen Gran Turismo wirken.

Barchetta wird Grand Tourer

Der ursprüngliche Midsummer war eine Hommage an die offenen Sportwagen der fünfziger Jahre. Leicht, puristisch und kompromisslos. Das neue Coupé verfolgt einen anderen Ansatz. Es soll nicht nur schön aussehen, sondern sich auch bei Regen, Kälte oder auf langen Reisen bewähren. Deshalb verfügt das Fahrzeug über eine vollständige Wetterabdichtung, Klimaanlage und einen deutlich höheren Reisekomfort.

Das klingt zunächst unspektakulär. Tatsächlich stellte die feste Dachkonstruktion die Ingenieure vor erhebliche Herausforderungen. Für das Coupé entwickelte Morgan eine neue Karosseriestruktur mit gefrästen Aluminium-A-Säulen, verklebter Verglasung und einer komplett überarbeiteten Architektur. Dach und Glasflächen tragen nämlich aktiv zur Verwindungssteifigkeit des Fahrzeugs bei. Trotzdem liegt das Gewicht nur rund 2,5 Prozent über jenem der offenen Variante.

Handwerk trifft Hightech

Wie schon beim offenen Midsummer arbeitete Morgan eng mit dem italienischen Designhaus Pininfarina zusammen. Die Partnerschaft zeigt sich in der zurückhaltenden Eleganz des Designs. So wirkt das Coupé weniger altbacken als viele andere Morgan-Modelle.

Anzeige

Morgan bleibt seiner Tradition treu. Die Karosserie wird weiterhin von Hand aus Aluminium gefertigt. Digitale Laserscanner und moderne Messtechnik unterstützen zwar die Produktion, die endgültige Form entsteht jedoch durch die Erfahrung der Handwerker. Selbst Eschenholz spielt weiterhin eine tragende Rolle in der Fahrzeugstruktur – eine Technik, die Morgan seit Generationen pflegt.

Neunmal einzigartig

Wer jetzt sein Portemonnaie zücken will, kommt leider zu spät. Alle neun Fahrzeuge sind bereits vergeben. Jedes Exemplar entsteht in enger Zusammenarbeit mit seinem Besitzer und wird individuell gestaltet. Farben, Leder, Holzarten und zahlreiche Details können nach persönlichen Vorstellungen konfiguriert werden. Kein Midsummer Coupé wird exakt dem anderen gleichen. Die Briten sprechen deshalb nicht von einer Kleinserie, sondern von einer Sammlung individueller Fahrzeuge mit gemeinsamer Basis.

Der präsentierte Prototyp dient als Referenzfahrzeug für künftige Kundenfahrzeuge. Nach seiner Premiere wandert er in die renommierte Louwman Collection in Den Haag und wird dort Teil einer der bedeutendsten Fahrzeugsammlungen der Welt.

Bilder: Morgan

<< Zurück zur Übersicht

Das könnte Sie auch interessieren: