GTS-Version

A390 GTS: Wieder eine echte Alpine?

Die Alpine A390 war ein Versprechen. Die neue GTS-Version soll es einlösen. Mit 470 PS, drei Elektromotoren und einer Fahrwerksabstimmung, die selbst eingefleischte A110-Fans überzeugen soll. Reicht das für eine echte Alpine?

Veröffentlicht am 22.06.2026

Alpine-Fans hatten es in den letzten Monaten schwer. Die Marke, die einst mit federleichten Sportwagen Bergrennen gewann und Kurven verzehrte wie ein Pariser sein Croissant, präsentierte mit dem A390 plötzlich ein schweres, elektrisches Familienauto.

Natürlich sprach Alpine lieber von einem «Sport Fastback». Doch die Diskussion war eröffnet. Genauso wie man darüber streitet, ob Dart überhaupt eine Sportart ist. Kann ein über zwei Tonnen schweres Elektroauto überhaupt eine Alpine sein? Nun folgt die Antwort aus Dieppe. Sie heisst A390 GTS.

470 PS für die Glaubensfrage

Auf dem Papier wirkt die neue Topversion wie genau das Auto, auf das viele Enthusiasten gewartet haben. Drei Elektromotoren liefern zusammen 470 PS und 808 Nm Drehmoment. Einer arbeitet an der Vorderachse, zwei weitere an der Hinterachse. Damit sprintet der GTS in 3,9 Sekunden von null auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 220 km/h. Beeindruckend? Naturellement.

Doch Elektroautos mit brachialen Beschleunigungswerten gibt es mittlerweile fast so viele wie Cafés im dritten Arrondissement. Die wahre Herausforderung besteht darin, aus diesen spassigen Zahlen Fahrspass zu machen. Und genau dort setzt Alpine an.

Kurven statt Quartettwerte

Die französischen Ingenieure besannen sich auf jene Tugenden, die Alpine gross gemacht haben: Agilität, Präzision und Fahrfreude. Herzstück der Alpine A390 GTS ist das aufwendige Active Torque Vectoring. Die beiden hinteren Elektromotoren verteilen ihre Kraft unabhängig voneinander und können das Fahrzeug förmlich um die Kurve drehen.

Leider lässt sich die Physik nicht komplett austricksen. Mit rund 2,1 Tonnen bleibt der GTS ungefähr doppelt so schwer wie der A110. Das entspricht etwa dem Gewicht von zwei klassischen Alpine-Sportwagen.

Optisch scharf gezeichnet

Optisch bleibt der GTS seiner Linie treu. Die flache Dachsilhouette, die scharf gezeichnete Front und die markanten Lichtsignaturen unterscheiden ihn deutlich von den meisten Elektro-SUVs. Besonders auffällig sind die spezifischen Aerodynamikdetails, die grossen Räder und die sportlicher abgestimmte Fahrwerksgeometrie. Alpine verspricht mehr Präzision, mehr Rückmeldung und mehr Dynamik.

Rennfeeling inklusive

Im Innenraum setzt sich der sportliche Anspruch fort. Schalensitze, blaue Akzente und zahlreiche GTS-spezifische Details sollen daran erinnern, dass hier das Spitzenmodell der Baureihe unterwegs ist.

Gleichzeitig bleibt der A390 das praktischste Auto, das Alpine je gebaut hat. Fünf Personen reisen komfortabel, der Kofferraum schluckt problemlos das Gepäck fürs Wochenende und niemand muss sich mehr zwischen Sportwagen und Alltag entscheiden. Eine völlig neue Erfahrung für Alpine-Kunden.

Vielleicht ist der A390 GTS deshalb das wichtigste Auto der Marke seit dem Comeback des A110. Nicht weil er der stärkste Alpine aller Zeiten ist. Sondern weil er über die Zukunft der Marke entscheidet. Ist das noch Alpine? Der A390 stellte die Frage. Der GTS muss die Antwort liefern.

Bilder: Alpine

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