

Wie früher: Land Rover Pick-up
Am Goodwood Festival of Speed feierte ein Defender Premiere, den Land Rover gar nicht mehr baut. Mit dem «Widetrack Avontur» hat Urban Automotive wieder eine Pick-up-Version gebaut – so wie früher.
Eigentlich schade: Der klassische Land Rover Defender war jahrzehntelang als Pick-up erhältlich. Ob auf schottischen Schaffarmen, afrikanischen Safaris oder australischen Outback-Pisten – die Pick-up-Versionen (90, 110 und später 130) gehörten zum Alltag von Landwirten, Forstbetrieben, Energieversorgern, dem Militär und Hilfsorganisationen. Mit dem Generationswechsel 2019 verschwand diese Variante jedoch aus dem Programm. Offenbar glaubt Land Rover, dass heute niemand mehr Heuballen, Zementsäcke oder Werkzeug transportieren muss.

James Bond eröffnet einen Surf-Shop
Während Land Rover die Pritsche zu Grabe trug, begannen Karosseriebauer genau von diesem Modell zu träumen. Das spektakulärste Ergebnis entstand aus der Zusammenarbeit zwischen Urban Automotive in England und Heritage Customs in den Niederlanden. Herausgekommen ist der «Widetrack Avontur» – ein Defender, der aussieht, als hätte James Bond einen Surf-Shop eröffnet.

Operation am offenen Herzen

Basis des Widetrack-Avontur-Umbaus bildet ein Defender 110 Hard Top Commercial. Bei der Operation am offenen Herzen verschwindet das Heck. Stattdessen entsteht eine Ladefläche aus Karbon. Weil der moderne Defender keinen Leiterrahmen mehr besitzt, sondern auf einer selbsttragenden Aluminium-Architektur basiert, musste die gesamte Karosseriestruktur neu entwickelt und versteift werden. Dazu kommen verbreiterte Radläufe, riesige Räder, eine Karbon-Motorhaube, weitere Karbon-Anbauteile, Recaro-Sportsitze und ein Interieur, das eher an einen Luxusyacht-Salon erinnert als an einen Geländewagen.

Vom Bauernhof zur Boutique
Ein Arbeitstier ist der Defender Pick-up längst nicht mehr. Wo früher Schafe, Baumstämme oder Werkzeug transportiert wurden, dürften heute eher Mountainbikes, Designer-Koffer oder Champagnerkisten auf der Ladefläche liegen. Urban bezeichnet den Umbau deshalb treffend als «Luxury Lifestyle Utility Vehicle».

Bilder: Urban Automotive


