

Goodwood: Grand Prix trifft Royal Ascot
Das Goodwood Festival of Speed ist «eine Mischung aus Grand Prix von Monaco und Royal Ascot». So beschreibt die Sunday Times das viertägige Happening, das seit 1993 in Südengland stattfindet. Zwischen dem 9. und dem 12. Juli wird der Landsitz des Duke of Richmond auch dieses Jahr wieder zum Nabel der Autowelt.
«Die engste, buckligste und am wenigsten Bodenhaftung bietende Rennstrecke, die ich je gefahren bin. Und ich liebe sie», sagte einst Juan Pablo Montoya über den legendären Hill Climb. Die nur 1,86 Kilometer lange Strecke hat gerade einmal neun Kurven. Trotzdem gehört sie zu den berühmtesten Bergrennen überhaupt.

Blaues Blut mit Benzin
Eigentlich ist das Bergrennen nur die Bühne. Der eigentliche Star ist das Festival selbst. Das Goodwood Festival of Speed ist eine Liebeserklärung an den Motorsport in all seinen Facetten. Der Duke of Richmond gilt als einer der grössten Autofans Grossbritanniens. Seine Familie organisierte schon kurz nach dem Zweiten Weltkrieg Rennen auf dem benachbarten Goodwood Circuit. In den Adern der Gordon-Lennox-Familie fliesst nicht nur blaues Blut, sondern auch Benzin.

Seit der Premiere 1993 entwickelte sich das Festival zum grössten automobilen Gartenfest der Welt. Hier trifft Rennsport auf britische Eleganz. Zwischen Picknickdecken, Champagnergläsern und historischen Herrenhäusern donnern Formel-1-Boliden, Rallyeautos, Le-Mans-Prototypen und Motorräder den Hügel hinauf. Genau diese einzigartige Mischung brachte die Sunday Times einst auf die treffende Formel: «eine Mischung aus Grand Prix von Monaco und Royal Ascot».
Sound of V12
Beim Festival of Speed stammt der Soundtrack nicht von Rockbands, sondern von Ferrari-V12, Cosworth-V8 oder kreischenden Formel-1-Motoren vergangener Jahrzehnte. Kaum irgendwo sonst erlebt man so viele automobile Ikonen gleichzeitig in Bewegung. Anders als in Museen stehen die Fahrzeuge hier nicht hinter Absperrungen. Sie fahren. Und zwar mit voller Leidenschaft.

Für die Hersteller ist Goodwood längst zur wichtigsten Freiluftbühne Europas geworden. Kaum ein Hersteller verzichtet auf eine Weltpremiere oder einen spektakulären Auftritt. Alpine zeigt dieses Jahr erstmals den Entwicklungsprototyp der nächsten A110 auf dem Hill Climb. BMW feiert den vierzigsten Geburtstag des M3, Honda schickt das Prelude HRC Concept erstmals den Berg hinauf, Aston Martin präsentiert seine stärksten Modelle und Subaru bringt den neuen E-Outback nach England. Dazu kommen Premieren von MINI, Audi Tradition und zahlreichen weiteren Marken. Gordon Murray Automotive präsentiert den ersten kundenfertigen T.50s Niki Lauda sowie das Designmodell S1 LM, den Le Mans GTR XP1 und den T.33 Spider VP12. Und Maserati zeigt den neuen GranTurismo, das neue GranCabrio sowie den neuen Grecale in natura, um nur eine Auswahl zu nennen.

Mehr als nur Autos
Goodwood wäre allerdings nicht Goodwood, wenn es nur um Autos ginge. Im Supercar Paddock stehen die exklusivsten Strassensportwagen der Welt, im Future Lab werfen Ingenieure einen Blick auf die Mobilität von morgen – von Raumfahrt bis Robotik. Über den Köpfen der Besucher drehen historische Jagdflugzeuge spektakuläre Kunstflugprogramme, während auf dem Gelände Rennfahrer, Designer und Motorsportlegenden fast zum Anfassen nah sind.

Dieses Jahr sorgen prominente Gäste wie Lando Norris und Valentino Rossi für zusätzlichen Starglanz. Selbst Lightning McQueen aus Disneys «Cars» erhält einen Auftritt. Ein bisschen verrückt? Natürlich. Aber genau das macht Goodwood aus.
Denn am Ende ist das Festival weit mehr als ein Motorsportanlass. Es ist eine Zeitreise, eine Autoshow, ein Gartenfest und ein Klassentreffen der Automobilwelt zugleich. Oder einfacher gesagt: das Tomorrowland für alle, deren Herz im Takt eines Zwölfzylinders schlägt.
Bilder: Goodwood/Hersteller


