Zuhause in der Grünen Hölle

Porsche 911 GT3 100 Jahre Nürburgring

Seit mehr als 70 Jahren quält Porsche Prototypen durch die Grüne Hölle, bricht Rekorde und gewinnt Rennen. Zum 100. Geburtstag des Nürburgrings 2027 gibt es deshalb den Porsche 911 GT3 100 Jahre Nürburgring.

Veröffentlicht am 25.08.2026

Für Porsche ist die Nordschleife Prüfstand, Rennstrecke, Folterkammer und Spielplatz zugleich. 20,8 Kilometer Asphalt, 73 Kurven, rund 300 Meter Höhenunterschied, Kuppen, Kompressionen und wechselnde Fahrbahnbeläge. Jackie Stewart taufte sie einst «Grüne Hölle». Porsche nennt sie Wohnzimmer. Darum liegt es auf der Hand, dass es zum Jubiläum der legendären Rennstrecke in der Eifel ein Sondermodell gibt.

Der Porsche 911 GT3 100 Jahre Nürburgring ist auf 100 Exemplare limitiert und wird passend zum Jubiläum 2027 ausgeliefert. Allerdings ausschliesslich an Kunden in Deutschland. Technisch basiert das Sondermodell auf dem aktuellen 911 GT3 – optisch ist er eine Hommage an die legendäre Rennstrecke. «In jedem Porsche steckt ein bisschen Nürburgring.» Beim GT3 sowieso.

Grün vor Augen

Die Kunden können zwischen Weiss und GT-Silbermetallic wählen. Unübersehbar sind die grünen Akzente. Historische Nürburgring-Logos auf den Kotflügeln schaffen den nächsten Bezug. Noch schöner: Die Startnummer zwischen 0 und 999 darf der Besitzer selbst bestimmen. Die Ziffern sind von den Graffitis auf der Nordschleife inspiriert.

Selbst der Heckflügel macht mit. Seine grünen Sideplates tragen goldene Nürburgring-Embleme, auf der Unterseite des Flügelblatts prangt ein goldener Porsche-Schriftzug. Die 20-/21-Zoll-Schmiederäder sind passend dazu in Californiagold lackiert.

Welcome to the Green Hell

Innen geht die Geschichtsstunde weiter. Beim Einsteigen leuchtet einem «Welcome to the Green Hell» entgegen, während Türprojektoren den Streckenverlauf des Nürburgrings auf den Boden werfen. Der Überrollkäfig ist grün lackiert. Beim Fahrersitz schimmert Grün durch die perforierte Sitzmittelbahn, auf der Kopfstütze sitzt das Nürburgring-Logo.

Man kann Porsche bei Sondermodellen gelegentlich vorwerfen, aus etwas Farbe, Nähten und Plaketten ziemlich viel Marketing zu machen. Hier passt die Geschichte allerdings.

Bereits am 31. Mai 1953 trat Porsche beim Eifelrennen mit dem 550 Spyder an. 1967 gewann Porsche mit dem 910 erstmals das 1000-Kilometer-Rennen auf dem Nürburgring. Es folgten unzählige Siege, Rekorde und Geschichten.

Eine davon gehört zu den grössten Legenden des Motorsports. Am 28. Mai 1983 fuhr Stefan Bellof im Porsche 956 während des Trainings zum 1000-Kilometer-Rennen eine Runde in 6:11,13 Minuten. Durchschnittsgeschwindigkeit: über 200 km/h. 35 Jahre lang galt diese Runde als praktisch unantastbar. 2018 setzte Timo Bernhard im entfesselten Porsche 919 Hybrid Evo eine Zeit von 5:19,546 Minuten in den Asphalt. Fast eine Minute schneller als Bellof. Eine Runde, die bis heute wirkt, als hätte jemand bei der Physik kurz den Stecker gezogen.

Manthey legt nach

Wer noch tiefer in die Grüne Hölle eintauchen möchte, kann den Jubiläums-GT3 mit dem Manthey Kit kombinieren. Und Manthey sitzt bekanntlich direkt am Nürburgring. Porsche hält seit 2013 die Mehrheit am Unternehmen. Für Käufer der Edition gibt es zusätzlich eine «Sonderwunsch Manthey Experience» am Nürburgring. Ein Tag bei Manthey, Einblicke hinter die Kulissen und reichlich Gelegenheit, sich einzureden, dass man das Kit unbedingt braucht.

Grüne Hölle fürs Handgelenk

Weil ein limitiertes Porsche-Sondermodell offenbar nicht komplett ist, solange man es nicht am Handgelenk tragen kann, gibt es von Porsche Design noch den passenden Chronographen. Titan, schwarzes Gehäuse, historisches Nürburgring-Logo und ein Rotor im Design der GT3-Felge. Das perforierte Lederarmband besitzt sogar das gleiche grüne «Backing» wie die Sitze. Gefertigt wird die Uhr übrigens in Grenchen. Ein bisschen Schweiz steckt also doch in der deutschen Nürburgring-Edition.

Bilder: Porsche

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