

Maserati: The Brothers
Hollywood liebt italienische Autogeschichte. Nach Lamborghini und Ferrari bekommt nun auch Maserati sein grosses Leinwand-Epos mit Stars wie Anthony Hopkins, Al Pacino, Andy Garcia und Jessica Alba. Die automobile Hauptrolle übernimmt der Maserati 8CTF «Boyle Special».
Die Geschichte der Gebrüder Maserati ist wie eine italienische Oper – voller Drama. Sie begann mit öligen Händen, improvisierten Werkstätten und Brüdern, die Autos bauten, um damit Rennen zu gewinnen. «Maserati: The Brothers» erzählt die Geschichte der Familie Maserati von der kleinen Werkstatt in Bologna bis zum internationalen Rennsport. Regie führt Bobby Moresco, der für das Drehbuch von «Crash» einen Oscar erhielt und bereits «Lamborghini: The Man Behind the Legend» inszenierte. Produzent ist Andrea Iervolino, der ebenfalls an «Lamborghini» und Michael Manns «Ferrari» beteiligt war.
Für die Dreharbeiten sollen bis zu 60 historische Maserati nachgebaut worden sein. Keine digitalen Statisten, sondern fahrende Repliken jener Rennwagen, mit denen sich die Brüder vor rund 100 Jahren auf Rennstrecken Kopf und Kragen riskierten.
Sechs Brüder mit Zack

Die echte Geschichte liefert mehr als genug Stoff für einen Film. Die Maseratis waren sechs Brüder mit Benzin im Blut: Carlo, Bindo, Alfieri, Mario, Ettore und Ernesto. Nur Mario schlug aus der Art. Er wurde Künstler – und entwarf dafür das berühmteste Familienmitglied: den Dreizack, inspiriert vom Neptunbrunnen in Bologna.

Carlo experimentierte bereits um 1900 mit Motoren und Rennmaschinen, starb aber 1910 mit nur 29 Jahren. Die eigentliche Firma entstand am 1. Dezember 1914 in Bologna. Alfieri, Ettore und Ernesto eröffneten eine Werkstatt und präparierten zunächst Autos anderer Hersteller für den Rennsport.
Held von Indianapolis

1926 kam der erste Wagen, der wirklich Maserati hiess: der Tipo 26. Alfieri fuhr damit bei der Targa Florio auf Sizilien gleich zum Klassensieg. Ein ziemlich guter Einstand. Einen Höhepunkt der Geschichte bildet jener Rennwagen, der auch im Film eine Rolle spielt: der Maserati 8CTF «Boyle Special». Ein 3,0-Liter-Reihenachtzylinder mit Kompressoraufladung, 365 PS, 780 Kilogramm und bis zu 290 km/h schnell. 1939 kaufte das amerikanische Boyle Racing Headquarters einen 8CTF und brachte ihn nach Indianapolis. Am Steuer sass Wilbur Shaw. Shaw donnerte mit dem italienischen Rennwagen als Erster über die Ziellinie der 500 Meilen von Indianapolis. Ein Jahr später machte er es einfach noch einmal. Der gleiche Maserati, der gleiche Fahrer, der gleiche Sieg. 1941 lag sogar der Hattrick in der Luft, bis ein Radbruch die Serie beendete.

Für Maserati waren die beiden Siege Gold wert. Der kleine Hersteller aus Bologna hatte plötzlich Amerika erobert. Der originale «Boyle Special» wurde später so bedeutend, dass er 2014 als erstes nichtamerikanisches Auto in das National Historic Vehicle Register der USA aufgenommen wurde.
Hopkins als Geldgeber

Auch bei der Besetzung fährt «Maserati: The Brothers» nicht gerade in der Kleinwagenklasse vor. Anthony Hopkins spielt den Finanzier Luca Antonelli, Al Pacino den Geschäftsmann Vincenzo Vaccaro. Andy Garcia und Jessica Alba gehören ebenfalls zum Ensemble. Michele Morrone spielt Alfieri Maserati, Salvatore Esposito Bindo und Lorenzo de Moor Carlo. Gedreht wurde unter anderem in Bologna, Modena und in den Cinecittà-Studios in Rom.

In Italien soll der Film im Februar 2027 in die Kinos kommen. Wann «Maserati: The Brothers» in den Schweizer Kinos startet, ist noch ungewiss.


