Auktion erwartet rund eine Million Euro

Kimera EVO37: Zwei, eins – meins!

Der Kimera EVO37 ist der wohl coolste Lancia Rally 037, den Lancia nie gebaut hat. Diesen Job hat Kimera übernommen. Und eines der faszinierendsten Restomods überhaupt gebaut. Nun steht eines der 37 Exemplare zum Verkauf. Bei der Auktion werden bis zu 1,15 Millionen Euro erwartet.

Veröffentlicht am 06.10.2026

Der Kimera EVO37 ist Lancia Beta Montecarlo, Rally 037 und Delta S4 gleichzeitig. Baujahr 1976, fertiggestellt 2025, 505 PS und geschätzter Wert rund eine Million Euro. Willkommen in der wunderbaren Welt von Kimera Automobili.

Hinter dem italienischen Kleinserienhersteller steckt der ehemalige Rallyefahrer Luca Betti. Seine Idee war nicht, den legendären Lancia Rally 037 einfach nachzubauen. Er wollte wissen, wie der 037 aussehen und fahren würde, hätte Lancia ihn über die vergangenen 40 Jahre konsequent weiterentwickelt.

Dafür nimmt Kimera einen alten Lancia Beta Montecarlo auseinander. Sehr weit auseinander. Im Wesentlichen bleibt die zentrale Fahrgastzelle mit ihrer Fahrgestellnummer erhalten. Vorne und hinten entstehen neue Rohrrahmen, darüber spannt Kimera eine komplett neue Karbonkarosserie.

Schon der originale Rally 037 basierte auf der Fahrgastzelle des Beta Montecarlo. 1983 gewann Lancia damit die Rallye-Marken-Weltmeisterschaft – gegen den allradgetriebenen Audi Quattro. Bis heute ist der 037 das letzte Auto mit reinem Hinterradantrieb, das diesen Titel holte.

Die alten Herren sind wieder da

Kimera holte dafür sogar einige jener Ingenieure zurück, die bereits am historischen 037 gearbeitet hatten. Sergio Limone war am Projekt beteiligt, ebenso der frühere Lancia-Motorenentwickler Claudio Lombardi. Rallye-Weltmeister Miki Biasion half bei der Abstimmung.

Beim Motor bediente sich Kimera gleich bei zwei Lancia-Legenden. Der 2,1-Liter-Vierzylinder sitzt wie beim 037 hinter den Passagieren. Doch statt nur eines Kompressors bekommt er zusätzlich einen Turbolader – Twincharging wie beim späteren Delta S4. Das Resultat: 505 PS und 550 Nm.

Drei Pedale, zwei Lader

Geschaltet wird mit einem manuellen Sechsganggetriebe von Dana Graziano. Angetrieben werden ausschliesslich die Hinterräder. Dazu Öhlins-Fahrwerk und Karbon-Keramik-Bremsen von Brembo.

Das ergibt ein Leistungsgewicht auf Supersportwagen-Niveau. Von null auf 100 km/h soll der EVO37 in rund drei Sekunden stürmen, bei ungefähr 310 km/h ist Schluss.

Nummer 18 von 37

Genau 37 Exemplare des EVO37 baut Kimera. Der Wagen, der am 9. Oktober bei Broad Arrow im belgischen Knokke-Heist versteigert wird, trägt die Nummer 18. Und was für eine Nummer. Die Lackierung «Luci del Bosco» ist ein tiefes Metallic-Braun, kombiniert mit goldenen Rädern und hellem Leder. Fertiggestellt wurde das Auto im März 2025. Seitdem legte es gerade einmal 237 Kilometer zurück.

Sammlerobjekt

Bei der Vorstellung des EVO37 bewegten sich die Preise je nach Spezifikation noch ungefähr um eine halbe Million Euro. Inzwischen sind sämtliche 37 Autos vergeben. Broad Arrow schätzt Nummer 18 nun auf 950’000 bis 1,15 Millionen Euro. Damit könnte der Kimera innerhalb weniger Jahre seinen Wert ungefähr verdoppelt haben. Singer hat vorgemacht, dass so etwas funktioniert. Kimera könnte der italienische Gegenentwurf dazu werden.

Schweizer Wurzeln

Ein bisschen Schweiz steckt ebenfalls in der Geschichte. Der Besitzer des ersten Kunden-EVO37 lernte Kimera-Gründer Luca Betti bei der Passione Engadina in St. Moritz kennen. Das grüne Exemplar Nummer 001 wurde später dort übergeben und anschliessend über Schweizer Alpenpässe ausgeführt.

Bilder: Broad Arrow

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