

Art of Steel – Leiterrahmen Lifestyle
Leiterrahmen, 37-Zöller, Pick-up: Hyundai zeigt mit dem Boulder Concept auf der New York Auto Show 2026, wohin die Reise gehen soll – ins Gelände. Die Studie ist mehr als ein Design-Experiment. Sie dient als technischer Vorbote für ein Midsize-Pick-up, das bis 2030 auf den Markt kommen soll.
Während die ganze Autowelt ihre Modellflotten elektrifiziert und rundschleift, geht Hyundai mit dem Boulder Concept in eine andere Richtung. Runter von der Hauptstrasse, rein ins Gelände. Das Concept, das auf der New York Auto Show 2026 zu sehen war, ist kein Offroad-Design-Gag, sondern steht auf einer komplett neuen Plattform.

USA, USA, USA

Hyundai setzt erstmals auf eine klassische Leiterrahmen-Konstruktion. Bei dieser Bauweise sind Karosserie und Rahmen getrennt – der Goldstandard für robuste Pick-ups und Geländewagen, weil sie hohe Belastbarkeit, bessere Geländeeigenschaften sowie überzeugende Zug- und Transportfähigkeiten ermöglicht. Entwickelt wird das Ganze in den USA, gebaut ebenfalls in den USA unter Verwendung von USA-Stahl. Fehlt eigentlich nur noch der MAGA-Kleber am Heck.
Trutzburg auf Räder

Konkrete Abmessungen nennt Hyundai für den Mocken noch nicht, aber die technischen Eckpunkte lassen keinen Zweifel an der Ausrichtung. Der Boulder Concept steht auf 37-Zoll-Mud-Terrain-Reifen und ist damit eine Burg auf Rädern. Damit diese nicht im Gelände eingenommen werden kann, ist das Concept auf günstige Böschungs-, Rampen- und Abfahrwinkel ausgelegt, dazu kommt eine hohe Wattiefe für Wasserdurchfahrten. Spätestens hier wird klar: Der Boulder erfüllt zentrale Anforderungen klassischer Offroad-Fahrzeuge, die keinen Spass verstehen, wenn es ernst wird.

Clevere Details

Die Karosserie des Hyundai-Concept folgt ebenfalls funktionalen Überlegungen. Die Boxform sorgt für ideale Übersicht und Raumausnutzung, während praktische Details den Nutzwert erhöhen. Dazu gehören eine doppelt angeschlagene Heckklappe, die sich von beiden Seiten öffnen lässt, sowie eine elektrisch versenkbare Heckscheibe, die den Transport besonders langer Gegenstände erleichtert. Auf dem Dach sitzt ein Trägersystem mit integrierter Stahlstruktur für zusätzliche Ladung. Wie es sich für einen Offroader gehört, fährt das Ersatzrad aussen mit.
Schalter und Regler

Im Innenraum setzt Hyundai auf Robustheit und Bedienbarkeit auch mit Arbeitshandschuhen. Statt digitaler Oberflächen kommen physische Schalter und Drehregler zum Einsatz. Besonders beanspruchte Bereiche sind mit widerstandsfähigen Materialien ausgeführt. Ergänzt wird das Konzept durch eine flexible Innenraumgestaltung, unter anderem mit ausklappbaren Tischen, für kurze Pausen oder mobile Arbeitssituationen.
Offroad-Spotter
Damit die Hardware noch besser im Gelände vorwärts kommt, dafür sorgt ein softwarebasiertes Assistenzsystem. Dieses fungiert als digitaler «Spotter» und liefert in Echtzeit Unterstützung bei der Navigation im schwierigen Terrain. Solche Systeme sind bisher vor allem aus spezialisierten Offroad-Anwendungen bekannt.

Der Boulder Concept bleibt offiziell eine Studie. Aber Hyundai plant bis 2030 insgesamt 36 neue Modelle für Nordamerika – darunter erstmals Fahrzeuge in einem Segment, in dem die Marke bisher nicht vertreten war. Der geplante Pick-up auf Basis dieser Architektur dürfte dabei eine zentrale Rolle spielen.
Bilder: Hyundai

