

Aston Martin Valen – british brutal
Eigentlich sollte ein Aston Martin mit Frontmotor ein Gentleman sein. Der neue Valen pfeift auf gute Manieren: 850 PS, 1000 Nm, Hinterradantrieb und Titan-Auspuff. Vom stärksten Frontmotor-Aston aller Zeiten werden nur 150 Exemplare gebaut.
Schon wieder ein Aston-Martin-Sondermodell? Es scheint, als gäbe es nur Spezial-Aston-Martins. Der Valen ist das jüngste Sondermodell von Q by Aston Martin und wurde mithilfe der neu geschaffenen Special Vehicle Operations-Abteilung SVO realisiert. Von Q by Aston Martin entstanden bereits Sondermodelle wie Valour, Valiant und DBR22. Der Name stammt übrigens vom lateinischen «valens» und bedeutet so viel wie stark oder kraftvoll. Damit führt Aston Martin gleichzeitig seine Vorliebe für Modellnamen mit V fort.

850 PS ohne E-Hilfe
Unter der langen Haube arbeitet zwar der bekannte 5,2-Liter-Biturbo-V12 – aber im Valen leistet er 625 kW/850 PS und 1000 Nm ab 2500 Touren. In angestrebten 3,1 Sekunden soll der Valen von null auf 100 km/h beschleunigen, bei 345 km/h wird elektronisch Schluss gemacht. Diese Zahlen machen den Valen zum stärksten Frontmotor-Aston-Martin der 113-jährigen Firmengeschichte. Gleichzeitig bezeichnet ihn Aston Martin als stärkstes Frontmotor-Serienauto der Welt.

Puristen dürfte es vor allem freuen, dass es keinen Elektromotor braucht, um diese Leistung entfalten zu können. Sie stammt rein aus zwölf Töpfen und wird über eine Achtgang-Automatik von ZF an die Hinterräder geschickt. Die Automatik schaltet mit Strategien, die aus dem Vantage-GT4-Rennprogramm stammen.
110 Kilogramm Diät

Gegenüber der bestehenden V12-Plattform verliert der Valen bis zu 110 Kilogramm. Dafür greifen die Ingenieure tief ins Materialregal: Karbon, Aluminium, Titan und Magnesium. Ein optionales Leichtbaupaket bringt aus dem Vollen gefräste Aluminium-Fahrwerksteile und Titan-Schrauben – allein diese Massnahmen sparen 16,9 Kilogramm.
Orgelpfeifen mit zwölf Zylindern

Selten verdient eine Auspuffanlage einen eigenen Textblock. Ausser diese. Die Titan-Anlage besitzt vier Endrohre: Die oberen beiden sind permanent offen, die unteren werden abhängig vom Fahrmodus zugeschaltet. Damit der V12 nicht einfach nur laut, sondern richtig gut klingt, wurden die oberen Ausgänge ähnlich wie Orgelpfeifen abgestimmt. Bei hohen Drehzahlen sollen gezielte Resonanzen entstehen. Wie geil ist das denn?!
Keine Zurückhaltung
Optisch wirkt der Valen deutlich aggressiver als die klassischen Frontmotor-GTs der Marke. Die komplette Karosserie besteht aus Karbon. Tief eingelassene schmale Scheinwerfer, gewaltige Luftöffnungen, ausgeprägte Schweller und ein grosser Heckdiffusor geben dem Valen einen fast schon futuristischen Auftritt.

Interessant ist das Heck: Statt einer klassischen Heckscheibe mit separatem Kofferraumdeckel gibt es eine grosse geschlossene Heckklappe. Darunter bleiben immerhin 170 Liter Gepäckraum. Für die grosse Reise bietet Aston Martin sogar ein passendes Kofferset an.
Diät im Cockpit

Auch innen wird gefastet. Eine schlanke Mittelkonsole mit 3D-gedruckten Bauteilen ersetzt die üppige Architektur der normalen Modelle. Einige Bedienelemente stammen vom Valhalla. Vom Aston Martin Valen werden nur 150 Exemplare gebaut. Das ist beinahe schon Grossserie für ein Sondermodell.
Bilder: Aston Martin


